Antwort in zwei Sätzen: Eine Bildmarke ist eine Marke, die ausschließlich aus grafischen Elementen besteht, also aus einem Logo ohne Wortbestandteil. 2026 ist sie besonders wichtig, wenn dein Geschäft über Apps, Marktplätze und Social läuft, weil dort Icons, Favicons und Profilbilder oft stärker wirken als lange Namen.
Wenn du eine Bildmarke anmeldest, schützt du nicht „dein Logo allgemein“, sondern genau die konkrete grafische Gestaltung, und zwar nur für die angemeldeten Waren und Dienstleistungen (Nizza-Klassen) und im gewählten Gebiet (Deutschland, EU oder international). Der praktische Wert zeigt sich oft erst im Alltag, wenn Plattformen Listings wegen Markenmeldungen prüfen oder wenn Wettbewerber mit optisch ähnlichen Signets auftreten.
- Merke: Bildmarke schützt die Grafik, Wortmarke schützt den Namen, Wort-Bildmarke schützt die konkrete Kombination.
Was ist eine Bildmarke genau, und was schützt sie 2026 tatsächlich?
- TL;DR: Du schützt den visuellen Gesamteindruck deines Zeichens, nicht die Worte, die du daneben verwendest, und nicht jede beliebige Variante deines Logos.
Eine Bildmarke besteht aus grafischen Elementen wie Symbolen, Formen, Linien, Icons oder stilisierten Darstellungen. Der Schutz knüpft an den Gesamteindruck an, also daran, wie das Publikum das Zeichen visuell wahrnimmt. Das wird 2026 noch relevanter, weil Nutzer Marken in digitalen Interfaces oft nur als kleine Kachel sehen. In App-Stores, Marktplatz-Listings oder Social-Profilen entscheiden wenige Pixel darüber, ob etwas „gleich“ wirkt.
Als aktuelle Baseline für das Konfliktumfeld nutzen viele Teams weiterhin die fortlaufend aktualisierten Statistikbereiche des EUIPO. Hohe Anmeldeaktivität bei Unionsmarken führt in der Praxis zu mehr Überschneidungen, auch bei Logos, weil immer mehr Unternehmen mit ähnlich reduzierten Icon-Systemen arbeiten.
Wann ist eine Bildmarke sinnvoll, und wann reicht sie nicht?
- TL;DR: Sinnvoll, wenn dein Icon stark wiedererkennbar ist und kanalprägend eingesetzt wird, riskant, wenn du den Namen im Alltag brauchst, aber nur das Logo schützt.
Typische Situationen, in denen die Bildmarke 2026 wirklich zieht
- App und SaaS: App-Icon und Produkt-Icon sind der primäre Wiedererkennungsanker.
- Marktplätze: Nutzer sehen zuerst Thumbnail, Badge oder Icon, nicht deine „Über uns“-Seite.
- Social: Profilbild und Story-Assets transportieren die Marke oft stärker als Text.
Wann du mit einer Bildmarke allein schnell eine Schutzlücke hast
- Wenn der Name angreifbar bleibt: In Suchanzeigen und Listings dominiert der Wortbestandteil, nicht das Icon.
- Wenn du häufig redesignst: Eine stark veränderte Icon-Form kann den Bezug zur eingetragenen Bildmarke schwächen.
Bildmarke, Wortmarke oder Wort-Bildmarke, was passt zu deinem Setup?
- TL;DR: Entscheide nach Nutzungskanal. Dort, wo du Geld verdienst, muss der Schutz greifen.
Wie läuft die Anmeldung einer Bildmarke in der Praxis ab?
- TL;DR: Die Qualität entsteht vor dem Einreichen, durch Klassenprofil und Kollisionsbewertung, nicht durch das Formular.
- Logo final festziehen: Welche Version ist „die“ Version (Farbe, Schwarz-Weiß, Icon-only)?
- Nutzung klären: App-Icon, Packaging, Marktplatz-Thumbnail, Social-Profil, Website.
- Klassenprofil bauen: Nizza-Klassen entlang deiner realen Roadmap (heute plus 12 bis 24 Monate).
- Kollisionsbewertung: Ähnliche Bildwirkungen in relevanten Klassen und Gebieten prüfen.
- Gebiet wählen: Deutschland (DPMA), EU (EUIPO) oder international (WIPO-Route).
- Nach Eintragung Betrieb aufsetzen: Monitoring, Fristen, Gebühren, Benutzungsnachweise.
Gerade Schritt 4 wird 2026 häufiger unterschätzt. Viele Teams nutzen vereinheitlichte Design-Systeme, Icons werden minimalistischer, dadurch steigt das Risiko, dass Bildmarken sich in der „Bildwirkung“ annähern, selbst wenn Details unterschiedlich sind.
Wie sieht das in der Praxis aus, wenn Bildmarke und Nutzung nicht zusammenpassen?
- TL;DR: Du spürst den Konflikt oft als Plattformproblem, nicht als „juristische Diskussion“.
- Fallmuster Marktplatz: Du nutzt ein neues Icon als Brand-Badge. Ein Wettbewerber meldet ein optisch ähnliches Signet. Die Plattform reduziert Sichtbarkeit oder blockt Assets, bis du Rechte nachweist. Wenn du das Icon nie als Bildmarke abgesichert hast, wird es zäher.
- Fallmuster App: Dein App-Icon ist prägend, aber du hast nur den Namen als Wortmarke geschützt. Ein ähnliches Icon taucht im Store auf, Nutzer verwechseln. Ohne Bildmarke fehlt dir ein zentraler Schutzbaustein.
Wie unterstützt Strongmark Legal beim Schutz und Betrieb von Bildmarken?
- TL;DR: Du bekommst Markenmanagement als Prozess, inklusive Portfolio-Logik, Kollisionen, Fristen und Gebühren.
Strongmark Legal ist die Marke der Fachanwaltskanzlei Sprenger und arbeitet als strategischer Markenschutz-Partner. Das Herzstück ist der Markenschlüssel®, ein individuell angepasstes Konzept für juristisches Markenmanagement, einschließlich geeigneter Markenkategorien und der Verwaltung nationaler und internationaler Markenregistrierungen. Dazu gehören die Überwachung von Markenkollisionen, Fristen und Gebühren sowie regelmäßige Statusübersichten zu Schutzrechten und laufenden Rechtsstreitigkeiten, unterstützt durch eine EDV-gestützte Schutzrechtsverwaltung.
Kontakt: Strongmark Legal, Am Lohtor 11, 45657 Recklinghausen, Fon +49(0)2361_90855 0, Fax +49(0)2361_9085511, Email info@kanzlei-sprenger.de, Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr.
Was du dir am Ende merken solltest
Eine Bildmarke schützt 2026 vor allem dort, wo dein visuelles Zeichen den ersten Kontakt prägt, in App-Icons, Marktplatz-Thumbnails und Social-Profilen. Sie ersetzt aber nicht automatisch den Schutz des Namens, weil Plattformen und Werbung oft wortgetrieben funktionieren. Wenn du Zeichen, Klassen und Gebiete an deiner Roadmap ausrichtest und danach Monitoring sowie Fristenmanagement als Routine betreibst, bleibt dein Logo auch im Konfliktfall handlungsfähig.
